Presseberichte 2010

Und über allem schwebte der „Kini"

Artikel von www.wochenblatt.de (2.8.2010)
 
Die Verleihung der Salvatorkette der Königstreuen an Horst Seehofer geriet zu einem Fest des bayerischen „Mir san mir"-Gefühls. Günter Beckstein hielt seine Laudatio auf seinen Nachfolger – im Amt des Landesvaters und als Kettenträger – in Gedichtform. Seehofer brillierte im Fach, das ein CSU-Chef in Bayern am besten können muss: Im gnadenlosen Selbstlob.
Nach außen guter Demokraten, nach innen treu dem „Kini“: Wie vielen Bayern geht es offenbar auch Horst Seehofer. Und das ist zumindest paradox: Denn der bayerische Ministerpräsident müsste sich ja quasi selbst abschaffen, wenn er der Monarchie den Vorzug geben würde. Daran erinnerte ihn am Samstag sein Amtsvorgänger Günther Beckstein, selbst zwei Jahre lang träger der Salvatorkette, die er im Autohaus Gebhardt an Seehofer übergab: Dichtend hielt der Franke die Laudatio auf Seehofer. „Horst, was ist – wenn Du selbst das bist, was Du nicht sein darfs, Monarchist?“, schrieb der Alt-Landesvater Beckstein dem Freund Seehofer ins politische Poesiealbum. Der freute sich sichtlich über die Verleihung der Kette der Königstreuen durch seinen Vorgänger.
 

„Ich begrüße die republikanische Prominenz“, sagte Seehofer Augenzwinkern, „und die königstreue Intelligenz“. Damit hatte der Landesvater die Lacher natürlich auf seiner Seite. Dann folgte das, was ein „Preuße“ wohl niemals verstehen wird und worauf die CSU Jahrzehnte der Alleinherrschaft gründete: Das „Mir san mir“ war lange das Geheimnis dieser Partei. Das Konterfei des beliebtesten Monarchen, König Ludwig II., im Rücken, zitierte Seehofer den Über-Landesvater Franz Josef Strauß und dessen Staatsverständnis: „Franz Josef Strauß war sehr korpulent, aber nicht sehr groß gewachsen – er sah zu mir hoch und sagte: ,Seehofer, Sie sind zwar der Längere, aber der Größere bin ich!

Dann listete, wie das viele CSU-Parteichefs vor ihm getan haben, Seehofer die vielen Vorteile des Bayerntums auf: „Wir sind die Besten bei Pisa, jetzt sogar im Fach Deutsch – wir können alles, auch Deutsch“, sagte Seehofer als Seitenhieb auf Dauerkonkurrenten Baden-Württemberg. Die werben mit dem Spruch, sie könnten alles – „außer Deutsch“.


Oberbürgermeister Hans Schaidinger schrieb Seehofer in seiner Rede ins Stammbuch, dass sein Vorgänger Beckstein bei seinem letzten Besuch in Regensburg 400 Millionen Euro für die Uni da gelassen habe. „Ich bin gespannt, was Sie uns heute mitbringen“, sagte Schaidinger schmunzelnd. „Ein Haus der Bayerischen Geschichte fällt mir da zum Beispiel ein“
.


Doch Seehofer konterte geschickt: „Günter hat die 400 Millionen Euro versprochen, und ich löse sie jetzt ein“. Ein Haus der Bayerischen Geschichte könne er sich gut vorstellen, doch ein konkretes Versprechen an Regensburg wollte er nicht abgeben: „Meine Mitarbeiter haben Angst, wenn ich die Staatskanzlei verlasse, was ich jetzt wieder versprechen könnte“, lachte Seehofer – und mit ihm die Gäste.


Eine Regensburger Besonderheit war natürlich noch, wer mit wem und warum am Tisch saß. CSU-Fraktionschef Christian Schlegl kam zusammen mit Oberbürgermeister Hans Schaidinger im Festzug der Königstreuen und begleitete Beckstein und Seehofer. Der OB nahm am Ehrentisch mit Ex-Landesvater und Landesvater Platz, Schlegl gleich daneben. An einem separaten Tisch saß die CSU-Parteiführung des Regensburger Stadtverbandes, Armin Gugau (Parteichef) zusammen mit Franz Rieger (Abgeordneter) und Hans Renter (CSU-Stadtrat). Einen Tisch weiter saßen Astrid Freudenstein und Bernadette Dechant (CSU-Stadträtinnen), die sich bislang noch dagegen sträuben, sich zu einem Lager zu bekennen. Erst als es zum Bieranstich und Gruppenfoto mit Seehofer kam, vereinigte sich die Partei für kurze Zeit und alle lächelten brav in die Kameras.

Der illustre Nachmittag im Autohaus Gebhardt – das feierte stolzes 90jähriges Jubiläum – veranstalten von den Königstreuen und ihrem Vorsitzenden Anton Hofmann machte deutlich: „Mir san mir“ zieht immer noch – und wenn man sich drauf einlässt, dann macht es auch königlichen Spaß. Autor:Christian Eckl


Königstreue ehren Seehofer in Regensburg

Artikel: Mittelbayerische Zeitung 2.8.2010

Die Königstreuen ehren Horst Seehofer mit der Salvator-Traditionskette. Die Lobrede musste Günther Beckstein halten.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kann seit Samstag eine weitere Auszeichnung sein Eigen nennen. Die Regensburger Königstreuen ehrten den Landesvater mit ihrer Salvator-Traditionskette wegen dessen Verdiensten für den Erhalt der Kultur des Freistaats. Seehofer übernahm die Kette von seinem Amtsvorgänger und Parteifreund Günther Beckstein, der die Auszeichnung im Jahr 2008 erhalten hatte. Beckstein hielt auch die Laudatio auf seinen Nachfolger - in Gedichtform. „Du nimmst mir alles, was ich gerne hätte - das Amt, das Nette, und auch die Salvatorkette“, sagte Beckstein. Seehofer sagte in seiner Dankesrede über Beckstein: „Er ist immer menschlich in der Politik geblieben.“

Die Königstreuen wünschen sich, dass Seehofer die Kette nun „bei jedem Fassanstich“ oder auch sonst „bei jeder ihm passend erscheinen Gelegenheit“ tragen sollte. Die Auszeichnung geht an Politiker, die sich nach Ansicht der königlichen Anhänger um die bayerische Kultur, die Pflege der Geschichte des Landes, das Brauchtum und die Tradition verdient gemacht haben.

Die Kette ist als Wanderauszeichnung konzipiert. Ein Preisträger muss die Traditionskette später weitergeben und dann die Lobrede auf den neuen Preisträger halten. Auch Seehofers Vorgänger als CSU-Parteichef, Erwin Huber, hatte schon die Kette erhalten. Huber hatte vor zwei Jahren den Preis an Beckstein weitergereicht. Die Königstreuen hatten die Auszeichnung im Jahr 2005 erstmals vergeben, damals war Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) der Preisträger.


Schlagbauer und die Königstreuen


Artikel: donaukurier 3..8.2010

Ein König, ein Ministerpräsident, ein Ex-Ministerpräsident und Günther Schlagbauer. Die Königstreuen haben am vergangenen Samstag in Regensburg traditionsgemäß dem Monarchen Ludwig II. gehuldigt und die Salvatorkette weitergereicht.


Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat sie pikanterweise an den derzeitigen Regenten des Freistaats, Horst Seehofer (CSU), übergeben und die Laudatio gehalten. Schlagbauer war als Vorsitzender des Deisinger Zunft- und König-Ludwig-Vereins mitten im Geschehen. Er hat den Verein vor 31 Jahren mitgegründet und führt ihn seither.

Rund 500 bis 600 Königstreue, darunter eine 20-köpfige Delegation aus Deising, wohnten dem Spektakel in einem Autohaus bei, das dem Anlass würdig ganz in Weiß-Blau dekoriert war.

Da die Deisinger der Patenverein der Regensburger Ludwig-Fans sind, wurde Schlagbauer die Ehre zuteil, ein Grußwort zu sprechen. Er erwähnte die "weitum beneidete bayerisch-gesellige Lebensart" und betonte: "Tradition und Moderne müssen sich nicht ausschließen." Es sei auch Aufgabe des Vereins, beides in Einklang zu bringen.

Natürlich spielt bei einer Veranstaltung der Königstreuen auch das Bier eine Rolle. Schlagbauer schlug die Brücke zwischen dem Gerstensaft und der Politik mit einem Zitat von Reichskanzler Bismarck: "Es ist ein Grundbedürfnis der Deutschen, beim Bier schlecht über die Regierung zu sprechen."

Schlagbauer schmeichelte in seiner Rede dem Ministerpräsidenten Seehofer, als er ihn lobte, dass er das Altmühltal wohl besser kenne als alle seine Amtsvorgänger. Der Deisinger Oberkönigstreue hat seine Worte wohl mit Bedacht gewählt, denn er hat bei dieser Gelegenheit Seehofer die Schirmherrschaft für die Passionsspiele 2012 in Deising angetragen. Diese finden bekanntlich nur alle fünf Jahre statt. 2007 hatte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller die Schirmherrschaft inne.

Eine feste Zusage des bayerischen Ministerpräsidenten hat Schlagbauer noch nicht erhalten, aber nach seinen Worten will Seehofer das Anliegen wohlwollend prüfen.

Königstreue ehren "royalen" Seehofer

Artikel: merkur-online 2.8.2010

 Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) ist der erste Geehrte, der Salvatorkette der Königstreuen erst nach zwei Jahren weitergibt. Terminprobleme mit seinem Nachfolger Horst Seehofer (CSU) sollen Schuld gewesen sein.

Mit der Kette sei es ein richtiges Drama, sagte Beckstein beim Starkbierfest der König-Ludwig-II-Fans in Regensburg am Samstagabend. Morgens habe er sie noch “fieberhaft gesucht“ - und dabei vergessen, dass er sie längst zurückgegeben hatte. So erhält Seehofer das edle Schmuckstück am Samstagabend auch ganz und gar untraditionell außerhalb der Starkbierzeit. Ganz der Tradition entsprechend aber hält Beckstein als letzter Geehrter die Laudatio.

Eigentlich hätte Beckstein im Frühjahr 2009 nach dem Amt des Ministerpräsidenten einige Monate zuvor auch die Salvatorkette an Seehofer abtreten müssen. Das war ihm wohl zu viel. Und so dichtet Beckstein in seiner Laudatio scherzhaft: “Nur eines ist mir rätselhaft! Du nimmst mir weg mit aller Kraft/ alles das, was zwei Jahr mein/ obwohl ichs grundsätzlich gern hätte/ beispielsweis das Amt/ das nette/ oder die Salvatorkette. Muss das sein?

Beckstein hatte das edle Schmuckstück im Frühjahr 2008 aus der Hand seines “Tandempartners“, CSU-Chef Erwin Huber, erhalten, da es sich um eine Wanderauszeichnung handelt. Ihr stolzer Träger setze sich ein für Geschichte, Brauchtum und Kultur, sagt Beckstein. Zweifelsohne habe sich Seehofer unermüdlich und ohne Rast dafür stark gemacht, trotz vieler Parallelen zwischen ihm und “Ludwig Zwo“.

Doch plötzlich überfallen Beckstein Zweifel am demokratischen Wesen Seehofers. “Ists ein Engel, ists ein Teufel, der dies Gespinst mit hat gebracht? ­ Horst! Was ist, wenn du selbst das bist, was du nicht sein darfst: Monarchist? Planst gar den Umsturz heute Nacht?“, dichtet Beckstein. Vorsichtshalber gibt der ehemalige Landesvater aber gleich Entwarnung und versichert den rund 150 Königstreuen, alle royalen Ähnlichkeiten zwischen Seehofer und Ludwig II. beschränkten sich auf Körpergröße und politischen Eigensinn. Für ihn sei “Horst, ohne Frage/ in jeder noch so schweren Lage/ ein Demokrat zu allen Zeiten“.

Der amtierende Ministerpräsident fühlt sich mit der Ehrenkette der Königstreuen um den Hals “pudelwohl“. In seiner Dankesrede geht er auf die Worte seines Vorgängers ein und sagt: “Soweit Du positiv über mich gesprochen hast, stimmt es.“

Seehofer lässt aber keinen Zweifel daran: In seiner Brust schlägt ein royales Herz. Der dpa sagt er: “Ich hätte gerne einen königlich bayerischen Landtag. Und natürlich wäre ich gerne für den Rest meines Lebens Monarch dieses Königreiches.“ Die Demokratie sie ja schön, sinniert er weiter, wären nicht die Fraktionen, die man stets um Zustimmung bitten müsste. Er könne sich ein Königreich Bayern gut vorstellen, scherzt Seehofer. “Wir brauchen Deutschland nicht“. Mit Blick auf die anderen Geberländer im Länderfinanzausgleich sagt Seehofer: “Wenn ich mit Stefan Mappus und Roland Koch zusammensitze, weiß ich, uns gehört die Bundesrepublik.“

Ansonsten plädiert er für mehr Leichtigkeit und Humor in der Politik. Beides habe Becksteins Laudatio. Im Kreise der Königstreuen fühle er sich unter Freunden. In Anspielung auf seinen “neuen Freund“ Guido Westerwelle stellt Seehofer dann aber fest, in Berlin und München fühle er sich zuweilen von Freunden umzingelt.


Plakatvorstellung zum Salvatorfest:


Die Vorstandschaft der Regensburger Königstreuen präsentierte im Autohaus Gebhardt am Samstag 10.Juli 2010 das Plakat zum Salvatorfest 2010.